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Wormser Zeitung vom 11.09.2006
Treibender Swing vor toller Kulisse - Beeindruckende Big-Band-Gala der "Harmonie"
Von Uwe Baatsch-Glaser
HERRNSHEIM Mit einer zweistündigen Big-Band-Gala beging der "Musikverein Harmonie" sein 60-jähriges Bestehen und präsentierte dazu im Bilderbuchambiente der Herrnsheimer Gottliebenkapelle Orchesterklassiker mit höchstem Wiedererkennungswert.
Aus Werken von Bennie Goodman, John Williams oder Ray Charles hatten die Musiker ihr Paket geschnürt und überzeugten nicht nur mit solidem Handwerk, sondern vor allem mit einer guten Portion Spiellaune, die schnell auf die rund 100 Besucher übersprang.(Anm.: Die Gottliebenkapelle war mit jeweils mehr als 200 Besuchern an beiden Konzerttagen ausverkauft)
Überaus authentisch ließen die Protagonisten um ihren musikalischen Leiter Paul Schütt manche verblasste Erinnerung an Richard Shermanns "Mary Poppins" wieder aufleben. Auf der anderen Seite gaben die Herrnsheimer Musiker Einblicke in die Dauerbrenner eines Harold Arlen. Dass da im Vorfeld viel im Detail geackert worden sein musste, war angesichts des sauberen Klangkörpers kaum zu überhören.
Da wechselten treibende Swingnummern und einfühlsame Serenaden in bunten Repertoires und erzeugten stimmige Spannungsbögen. Beeindruckend gelöst gaben die Orchestermusiker selbst schwierigste Arrangements zum besten und vermittelten mit solistischen Kunststückchen die persönliche Spielfreude, die diesem Festkonzert ihren sympathischen Stempel aufdrückte.
Wie hoch Profimusiker Paul Schütt seinen Orchesterkollegen die Ziele für diesen Abend gesteckt hatte, machten vor allem die bekannten Kinoscores aus "Star Wars" oder "Die Unglaublichen" deutlich, deren musikalische Messlatte einzig im bombastischen Thema des "Light Sabre Duel" aus George Lucas' Weltraumsaga touchiert wurde.
Denn auch wenn sich das Ensemble und sein Dirigent redlich mühten, war der nicht vorhandene Chor des Orff'schen Originals kaum zu ersetzen. Ansonsten glänzte die musikalische Spaßgesellschaft mit geschlossenem Sound und einer wohltuend lockeren Präsentation, die nicht nur ihrem Publikum gehörige Freude zu machen schien.
Von der notwendigen Ernsthaftigkeit jedenfalls, die Paul Schütt in seiner Einführungsmoderation an seinen Musikerkollegen lobte, war an diesem Abend nichts zu spüren. Im Gegenteil. Hier stand der Spaß aller Beteiligten klar im Vordergrund. Und den hatten sie sich unterm Strich auch redlich verdient.
Nibelungen-Kurier vom 20. September 2006
„Super-Herbstkonzert“ der Harmonie Herrnsheim Die Musiker/-innen liefen im zweimal voll besetzten Ambiente der Gottliebenkapelle zur Hochform auf
Text/Foto: Klaus Diehl
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Eine tolle Atmosphäre, ein Orchester in absoluter Hochform mit einem brillanten und humorvollen Dirigenten Paul Schütt machten den Besuch beim Herbstkonzert des Musikvereins „Harmonie“ Herrnsheim zu einem absoluten Hochgenuss.
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Als im letzten Jahr der langjährige Dirigent Josef Töngi, der sich große Verdienste um den Musikverein „Harmonie“ Herrnsheim erworben hat, aus persönlichen Gründen aufhörte, war guter Rat teuer. Doch es dauerte nicht lange, da zauberte man mit dem Wormser Paul Schütt einen Vollblutmusiker hervor, der bereits im letzten Jahr schon beim Herbstkonzert dirigierte.
Allerdings war hierbei die Vorbereitungszeit auf dieses Konzert noch etwas kurz, so dass die eigentliche Schulung des auch als Musiklehrer an einer Schule tätigen Paul Schütt erst so richtig beim diesjährigen Herbstkonzert bei sommerlichen Temperaturen zum Ausdruck kam.
Aber auch die Schulung durch den seit einem Jahr in Herrnsheim wohnhaften Trompeter und Vizedirigenten Rainer Wörner. Da merkte man bei allen Stücken nicht nur einen neuen Sound, sondern auch absolut tonreine Darbietungen mit vermehrten Swing- und auch Jazzrhythmen. Es war wie bei einer Fußballmannschaft, der ein neuer Trainer auch neue Strukturen und Grundlagen mit gibt. So auch Paul Schütt, der es auch gut zwischen den einzelnen Musikdarbietungen verstand mit viel Humor nicht nur die Zuhörer zu unterhalten, sondern auch seine Musikerschar locker von einem Musikstück zum anderen zu führen.
Eine Musikerschar mit erfreulich vielen jungen Damen und Herren, aber auch den nötigen Routiniers an von der Jugend weniger beliebten Instrumenten. Da passte einfach an diesen beiden Konzerttagen alles zusammen und schon heute können sich Musikbegeisterte darauf freuen, wenn am 1. Oktober ab 17 Uhr das gleiche Konzert zu Gunsten von Unicef im Wormser Mozartsaal noch einmal zur Aufführung gelangt.
Hier-bei wohl wieder auch von Nina Rave mit zuhörend würdigen Informationen über die einzelnen Musikstücke und ihre Geschichte, Komponisten und Arrangiere bestens informierend untermalt.
Das Konzert begann mit „Tribute to Ray Charles“, eine Huldigung an den im Jahre 2004 verstorbenen brillanten blinden Klavierspieler, Sänger, Komponist und Arrangier. Es ist müßig alle Musikstücke von diesem Herbstkonzert aufzuführen, es waren Stücke von M. Shermann ebenso da-bei wie von Benny Goodman und anderen Komponisten, die man eigentlich nicht gerade einer Blaskapelle zuordnen könnte.
Als besonderes Beispiel sei hier „Amazing Grace“ herausgestellt. Wer vor zwei Jahren beim Herbstkonzert der Herrnsheimer Harmoniemusiker dabei war, hörte auch damals bereits dieses weltbekannte Musikstück mit Dudelsackbegleitung, doch die diesjährige Präsentation war eine ganz andere. Die von Luther Henderson arrangierte Fassung begann zwar traditionell, endete aber mit einem schnellen Swing-Rhythmus, der lang anhaltenden Beifall nach sich zog. So macht auch Blasmusik der heutigen Jugend Spaß. Spaß an der Musik, der besonders bei den vielen und sicherlich auch harten Proben zum Tragen kommen muss.
Der Musikverein Harmonie Herrnsheim ist in dieser Beziehung bestens aufgestellt, was auch die etlichen jungen Solo-Musikanten beiderlei Geschlechts unter Beweis stellten. Dafür beschenkten der Dirigent Paul Schütt und der zu Recht sehr zufriedene 1. Vorsitzende und Tenorhorn spielende Rudi Schmitt die anwesenden Damen nach dem Konzertende gar noch mit einer Rose.
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